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Daten Raten

Im aktuellen Stadtspiegel Gladbeck (vom 13. Oktober 2010) steht folgender Artikel:

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Nun frage ich mich folgendes: Woher weiß der Autor, dass es in Gladbeck 200 Cacher gibt? Geocaching.com gibt solche Daten nicht her. Gottseidank. Das ist auch nicht so einfach möglich, da wahrscheinlich nicht alle Cacher ihre Home-Daten angeben. Die Zahl ist wohl einfach geraten. Außerdem finde ich es eigentlich nicht so toll, wenn das sicherlich schöne Hobby so in der Öffentlichkeit breit getreten wird. Das resultiert vermutlich nur in weiteren Schrottdosen hinter Leitplanken und unter Telefonzellen.

Während ich diesen Artikel schrieb, wurde mir der Link zu einem Log zugetragen. Dort wird berichtet, dass die Cacher mit einem Fernsehteam am Cache waren. Bis zum heben der Dose. Wenn das mal kein Spoilern ist. Prima Idee um diesen eigentlich tollen Lostplace/Nachtcache zu ruinieren…

Ansonsten… brauche ich, glaube ich, einen neuen Scanner ;)

Update: Ich kenne Danielle Duprè, wir sind bei Facebook befreundet und da meine Blogposts dort aufgelistet werden, hat sie auch sofort reagiert. Hooray for social media:

Heyho. Ich glaub ich muss da mal was klarstellen… ;) Wie Du wahrscheinlich festgestellt hast, bin ich da nicht so ganz unschuldig dran. Über einen Kumpel, der beim Jugendamt arbeitet, sind Jörg Jansen und Kerstin F. von der Jugendpflege auf mich zugekommen und haben mich gefragt, ob ich ihnen "dieses Geocaching" mal erklären könnte. Ich bin dann dahin, hab ihnen nen kleinen Einblick gegeben und auch gleich mal den Gedanken, mit ner Horde kleiner Kinder richtig cachen zu gehen, im Keim erstickt. Gleichzeitig hab ich mich bereit erklärt ihnen dabei zu helfen, mal ne GPS-gestützte Schnitzeljagd zu veranstalten. Das Ganze findet morgen auch statt. Die Strecke ist von mir und den Jugendpflegern selbst gelegt und wird nach den Ferien wieder eingesammelt. Und zu dem Zeitungsartikel… ich bin ziemlich angepisst… ich hatte denen nen Text vorgeschrieben, in dem das Wort Geocaching nicht mal erwähnt wurde. Es sollte wirklich nur um ne Schnitzeljagd gehen. Die Zahl 200 hat der Typ sich wohl rausgehört, als ich mich mit dem Zivi unterhalten hab. Die ist völlig aus der Luft gegriffen. Als "Geocaching Expertin" habe ich mich niemals bezeichnet… wer mich kennt weiß, dass ich nun doch nicht ganz so überheblich bin… Und ich hatte auch nicht vor, mein Hobby so "breitzutreten". […]

Ich bin wirklich nicht glücklich darüber, was die aus der Sache gemacht haben und würde dich bitte, den Artikel nicht weiter breitzutreten. Es ist mir unangenehm genug, namentlich und mit Foto aufzutauchen. Ich verspreche hoch und heilig, sowas nicht mehr zu machen. Das war mir ne Lehre.

Zu blöd das man in Printmedien nicht diskutieren kann, eh? Danielle, ich vergebe dir. ;)

  1. Virgil
    13. Oktober 2010, 21:09 | #1

    Richtig gruselig! Gut — seltsame, weil schlecht recherchierte Artikel und Ausstrahlungen ist man ja mittlerweile gewohnt, und das ganz große Fass mit der Diskussion um’s Quo vadis Geocaching mache ich jetzt auch nicht auf, keine Angst. Kommt am Ende sowieso nur heraus, dass jeder Cacher anders ist.

    Dass allerdings Cacher selbst ihr Hobby, dass ja eigentlich einen erheblichen Teil seiner Faszination aus Geheimhaltung und Stillschweigen bezieht, dermaßen in die Öffentlichkeit zerren und damit eigentlich steckenpferdlichen Selbstmord begehen, könnte man ja noch irgendwie mit enfacher Geltungssucht entschuldigen, nur leider hängen sie damit jeden mit, der das selbe Hobby hat. Soviel dazu — grundsätzlich.

    In den beiden genannten Fällen kann man den beteiligten Cachern ja immerhin etwas zu Gute halten.
    Immerhin geht es im Falle des Stadtspiegel-Artikels nur um selbst gelegte Caches, die auf keiner Plattform erscheinen werden (zumindest hoffe ich das).
    Immerhin war die Aktion von the Snuggles mit dem Fernsehteam bei Witwe Mabuse @Night mit dem Owner vorher abgesprochen. Dieser geniale, mit viel Liebe gelegte und sehr herausfordernde Lostplace sollte, zumindest so weit ich vom Owner weiß, schon bald dichtgemacht werden.

    Trotzdem bleibt doch in beiden Fällen ein fader Beigeschmack, jedenfalls bei mir. Geocaching und öffentliche Berichterstattung — das will bei mir einfach nicht zusammenpassen. Ich bin tatsächlich der Meinung, dass alles vor erst ein paar Jahren noch, als es wirklich nur von Mund zu Ohr ging, vielleicht nicht besser, aber doch erheblich aufregender war. Das Hobby selbst wird schon nicht kaputt gehen, es wird halt einfach massenkompatibler.

    Auch ich erwarte schon eine Menge neuer ADS-Teams und schulprojektliche Tradis wie etwa “Listen to the music”. Und ganz, ganz viele langweilige Logs à la “TFTC! — logged from my mobile device” bei unglaublich schönen Mysterys, Multis und Nachtcaches, falls diese Kategorien nicht schon bald bei allen gängigen Plattformen abgeschafft werden.

    Komisch, mir gruselt schon wieder. Aber die Leute mögen das so.

  2. Virgil
    13. Oktober 2010, 21:10 | #2

    Der Scanner bedarf tatsächlich einer gründlichen Kalibrierung!

  3. 13. Oktober 2010, 23:22 | #3

    Vor 2 oder 3 Wochen stand im Bottroper Stadtspiegel ein ähnlicher Artikel, und da gaben in Bottrop… 200 Geocacher…
    Schade, das Batt ist schon im Altpapier, denn es könnte der gleiche Autor gewesen sein, der in Bottrop in Team von 3 jungen Männern begleitet hat, die vor Kurzem das Geocaching für sich entdeckt haben. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt :D

  4. Mike
    14. Oktober 2010, 12:19 | #4

    Was will man vom Stadtspiegel erwarten? Das ist ein Anzeigenblatt, kein Journalismus.

    Ich selbst habe auch schon übers Cachen geschrieben, Virgil, kann dir also sagen, dass das durchaus kompatibel ist – sofern man einige Regeln befolgt (z.B. kein Spoilern). Man kann durchaus informativ (Funktionweise) und bewundernd darüber schreiben.

    Man sehe es so: Wäre übers Cachen nicht berichtet worde, wäre ich nicht dazu gekommen – und Andis gc-Account würde immer noch ein jämmerliches Dasein fristen (von wegen: “Achja, ich hab mich da mal vor nem Jahr angemeldet, aber nie was gemacht”, gell andi ;) )

  5. -jha-
    26. Januar 2011, 19:47 | #5

    Wie gesagt: Irgendwelche Leute finden sich immer, die sich dank Geocaching endlich hinreichend interessant finden, um damit ins Fernsehen (oder zumindest) in die Zeitung zu schaffen.
    Als ob Geocaching irgendwie dadurch besser würde, dass demnächst jeder nicht bettlägerige Deutsche Geocacher ist und dann unter wirklich jeder Telefonzelle ein Micro pappt, damit jeder einen “mein erster Cache” gelegt haben kann.

  1. 4. November 2010, 23:03 | #1
  2. 28. September 2014, 13:39 | #2
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